Dienstag, 6. Januar 2015

Langsam und seicht, fallend sogleich...

Langsam und seicht, fallend sogleich,
landet ein Herbstblatt auf dessen Nase, Huh!
So bald es wieder Höhe erlangte,
pustete der amüsierte Wolf,
Fräulein Blatte zum Tanze…


 








Eine Fabel für dich.

Der Hass des brrrennenden Wolfes
Und der Klang der sinnenden Katze im Elfenbeinturm.



*

In der Herbstzeit bewährt sich immer, die gute Laune mit seinen Freunden und Bekannten zu teilen, mehr denn je, ist die kommende Winterzeit eine Zeit der Kälte, die jedes Individuum herausfordert, was so leicht in den warmen Tagen, fällt schwerer in den sterbenden…
Hier am Elfenbeinturme, erbaut vor Generationen aus den Utopien und Ideen der Vergangenheit, der Dichter und Denker, immer für eine Inspiration gut, hier im Einklang mit dem Walde, wo in den letzten Jahrzehnten jener Ort mit seinen Hoffnungen in Vergessenheit geriet und Anderes herrschte, nur nicht die Liebe, hier beweist sich ganz besonders, wie standhaft die totgeglaubte Hoffnung, mag der Winter noch so lange dauern, im Frühling seine Wiederauferstehung zu finden weiß. Hier versteht die Vergangenheit seine Kraft wiederzuerlangen, sein Verlorengeglaubtes wieder findend, sehen wir eine neue Bewohnerin im Elfenbeinturme, die im Sommer Hierhingezogene, entstaubt, möbliert und verziert, fern ab von der Geräuschkulisse der angestrengten, gestressten, immer schneller denkenden Zivilisation. Den Kräutergarten kultivierend, hat sich Fräulein Katze entschieden die Musik in ihr Leben hereinzulassen und eine neue Heimat aufzubauen.

Weil sie ihre eigene Identitaet gefunden hat… spielt sie… 
nicht für Andere…sie spielt…doch nicht des Zweckes wegen…sie identifiziert sich mit der Musik, die sie spielt…doch verdingt sie sie nicht
für Geld und derlei…

Der zu Besuch kommende Wolf liebt die Musik, seine erste Frage lautet daher, ob sie jene Instrumente auch für ihn spielen möge, besser noch ihm beibringen kann den Instrumenten jene Melodien zu entlocken, da er keine Noten lesen könne…

Die Katze versucht zu antworten, dass es nichts gebe, was man nicht lernen könne, besonders die Musik müsse jedoch vom Inneren her entstehen und benötige keinen Lehrer,
„Nur den Willen zur Poesie, ein Lebensgefühl, das man nicht anfassen kann, aber jeden Tag jede Minute leben muss…", doch wechselt sie schnell das Thema, um dem Verlangen nach Demonstration zu entgehen und fragt den Wolf, was er da bloß im Maul trage,
 „…Sind das etwa Knoblauchbunde…?"


„Als Willkommensgeschenk!", so dacht’s sich der Wolf, darf es in keinem guten Hause an herrlichem Knoblauch fehlen, „es vergöttlicht nicht nur jede Malzeit zu einem Kunstwerk, nein, seine Heilkraft ist berühmt berüchtigt, sollte dich eine Erkältung mal fangen, die starke Würze kommt nicht von Irgendwo! So! Möge es schmecken dir!" Die Katze kann sicht nur bedanken, sagen wollte sie’s jedenfalls, doch herauskommen tut nur ein „…Hatschii!"




Zeit verging und die Katze lernte den Wolf etwas näher kenn’, sie unterhielten sich. Über was? Über Innerlichkeiten. Nun ja, der Wald war groß…

Wolf: „Mein Schicksal scheint es zu sein andauernd nur mit meinem Kopf zu schütteln…wegen den Menschen! Sie provozieren den Geist des Waldes und respektieren uns Geschöpfe nicht wirklich…Ihre Willkür ist erbarmungslos, ihre Fleischeslust unstillbar und die Wut auf sich selbst wird übertragen auf die eigentlich Friedliebenden. Doch sich an Ihnen zu rächen führt nur zu noch mehr Hass, mir scheint es, dass er sich zu beherrschen weiß, doch immer wieder in regelmäßigen Abständen treibt ihn eine ungesunde Maschinerie der Unterdrückung zu mehr Fleisch als er benötigt, mehr Honig als er fressen kann und mehr Aggression als ihm entspricht, seine inneren Gefühle bleiben stumm und versagen, seine Intelligenz wirkt fremdgesteuert… Kann man sich ein solches Verhalten anders erklären?
Ich will jedoch nicht die ganze Zeit nur mit meinem Kopf schütteln, sonst verliere ich ihn noch, nein, wie handeln? Zur Erholung ziehe ich Linien in den Boden…"

Katze: „Du ziehst Linien in den Boden wie ich Melodien auf dem Instrumente…Wäre die Antwort doch nur so einfach…wahrscheinlich ist sie aus demselben Grunde so schwer zu verstehen…Ach du schöne Freiheit, ich küsse dich! Wenn nötig dreimal! Wenn nötig viermal!"

Der Wolf nutzte die Gelegenheit der verträumten Unachtsamkeit und formte seinen Mund rund, sodass die Katze erschrak, als der Wolf das Herbstblatte auf ihrem Gefelle wegpustete und so tat, als sei nichts geschehen…

Nah am Bache, fragte die Katze: „Und deiner Familie? Ich hoffe es geht ihr gut…"

„Gut, gut…nun ja, mein Verhältnis zur Familie Wolf hat seine Höhen und Tiefen, da steckt ein Gesetz in der Natur, der Konflikt der Generationen ist der Weg zum Frieden…"

Die Katze versucht zu antworten: „Es ist der Kriech, der nicht nur die Häuser zerstört, er zerstört die Seele! Da hilft keine Flucht! Hunger und Gewalt zerstört ganze Völker und es beginnt nicht mit der Gewalt, es beginnt mit der Armut und dem Elend, den langsamen Vorboten des Krieges. Wir heute, können nur nachlesen aber nicht nachempfinden in einer Zeit zu leben, wo Kriech selbstverständlich zum Leben gehört, doch wird uns die geschäftige Wutindustrie schmackhaft mundgerecht verkauft als seien’s Bonbons, damit der Nachgeschmack des Elends uns den Vorgeschmack versüßt…

Entschuldige, lieber Wolf,

ich werde zynisch…

Dafür gibt es keinen Grund,

…this system is a joke!
"

Der murmelnde Wolf: "…Wenn der Schrecken nicht wäre, müsste man die Gewalt als langweiligste aller Traditionen bloßstellen, alle zehn Jahre immer dasselbe, wie eine springende Schallplatte diesselben Lügen…Nanu…hast du was gehört? …schnief…, …schnief-schnief… Dort im Gebüsch ist doch etwas…"





Der Wolf instinktiv springend und zupackend, fängt mit seinem Maul das kleine Getier mit einem großen Staubfänger am Hinterteil, das es auf den Wolfe peitscht: „Lass’ mich los, lass mich los, Onkel! Ich bin’s, dein Neffe Eichhörnchen vom Apfelbaume!"

Der Wolf: „Was machst du hier am Bache, wenn du eigentlich in die Schule gehörst!?" Die Antwort spitzfindig:

„Und was machen ein Wolf und eine Katze am Bache, wenn der Eine seinen Wanst nicht mit Erdbeermarmelade vollstopft und die Andere ihre Mittagspause in den Nachmittag überzieht!?" …und die Frage beantwortend:
„Und die Schule kann mich mal!", pariert das junge Eichhörnchen.

Fräulein Katze schmunzelt, „…da hat Jemand schlechte Laune und will seine Wut überdenken…Sich von den Schulbüchern zu entfernen um seine Gedanken in der Natur klar zu kriegen, kann auch eine gute Schule sein…!

Das Eichhörnchen freut sich das nette Fräulein wiederzusehen und erklärt sich: "Entschuldigen Sie, Fräulein Katze, ich habe keine Lust auf die Schule, dort werde ich nur schlecht gemacht! Es liegt nicht mal an den Schulbüchern! Eigentlich ist’s sogar cool!"

Der Wolf antwortet mit all seinem Ernste weise, ein wenig am Problem vorbei:

The very best of me, is the learning one…"

Neffe Eichhörnchen schneller als das Licht vermag:
„Achso…na klar, ich versteh das doch:
’das beste Restaurangg, ist das bei meiner Momm’…!"

„Knurrr…Falsch du Dummkopf! Zum Mäusemelken ist das, wenn ich nicht wüsst’,
dass ich einst auch sooo jung war,
und so drrrummm war!
Du wirst, Eichhörnchen Neunmalkluger,
bis du ein alter Grrreis,
nicht aufhören zu lernen…",
so der Wolf,
„…Schule hin, Schule herrr!"

 
Anflug, Landung, Auftritt Rotkehlchen:

„Oh, Guten Tag Wolf, dich zu treffen lässt mich hoffen, ein sonniger Herbst, Nebel verziert die Linien jedes einzelnen dunklen Astes zu einem gesamten Ganzen, hoffentlich bleibt es nur kalt und geruhlich aber nicht tragisch…Was machen eine Katze und ein Wolf am kalten Bache, wenn sie nicht nach Eichhörnchen jagen…?"

„Sie machen Jenes, was sie zu tun pflegen, Neugierling Rotkehlchen! Du bist doch musikalisch, sage mir, wie du die Töne voneinander unterscheiden und wiedergeben tust, ich bin nicht als Vogel geboren worden wie deine entfernten Verwandten, die Reptilien!"




Rotkehlchen: „Ob reptil oder debil, da gibt es kein Unterschied, Freund! Deine Ohren lehrten dich von Welpenjahre an die Musik der Natur, der Wind hilft dir kilometerweit die Gerüche und Emotionen der Götter zu verstehen, so dass die Muse lediglich in dir steckt, keiner muss sie hören wollen, außer dir selbst, wahrscheinlich hast du lediglich nicht das passende Instrument gefunden, wer suchet, der solle finden...! Doch muss ich euch stören, wer zu viel spricht, der vergisst zu handeln! Ich brauche Hilfe, die Gänse drehen wieder ihre Hälse um, sie schrecken den Wald auf, so dass Angst dem Besonnenen weicht, die Vorboten des Chaos herrschen im Walde, ich suchte die Katze im Elfenbeinturm auf, sie möge sein unsere letzte Hoffnung, liebes Kätzchen, dein Rhythm’n’Blues wird gebraucht!"

Die Katze wundert sich, ihr Katzenauge leuchtete, sie wusste genau, wovon das Rotkehlchen sprach, es teilte dieselbe Freude, die die Katze durch die Musik empfand, doch erinnerte sie sich ebenso an den Neid und die Dummheit der Gänse und jene Gefahren, die miteinhergehen sollten bis ihr Leben in Gefahr wurd durch das Spiel der Wahrheit…

Der Wolf versuchte sich zu verhalten, doch bevor die Katze Verachtung für jene Einfältigkeit empfinden kann, die sie am eigenen Leibe erfahren musste, war ihr der Wolf von Emotionen gepackt zuvorgeeilt und ein weißes Flackern findet sich in seinen Augen:

„Du hast die Katze gesucht, du hast einen Wolf gefunden! Wird es wieder einmal Zeit die Kopflosen zurecht zu weisen, braucht es ein Knurren und kein Fauchen! Fräulein Katze soll sich nicht mit den Unwichtigkeiten von gestressten Vielfraßen in winterlicher Irrnachten die Zeit verderben, das ist schon mein ‚Djobb’!"

Das Rotkehlchen: „Angst sei bei langlebigen Kurzzeitgedächnissen ein schlechter Lehrer, Freund! Du solltest dich lieber auf die Suche machen und die allgemeine Aufregung über die Ungewissheit klären! Das Problem ist nämlich dieses: Die Gänse können ihre Weiseste und Älteste nicht wiederfinden und glauben, du, der Wolf hast dich an ihr vergangen! Jetzt schrecken sie den ganzen Wald auf und stören die Harmonie des Waldes. Wenn sich nicht bald klärt, wo die weise Gans ist, werden die Geister der Unruhe zu den Menschen dringen und sie aufschrecken!

Der Wolf: „Jene Ungewissheit, die keinen Grund besitzt, aber viele Konsequenzen erzeugt, nennt man Dummheit, mit denen die Profiteure unter den Gänsen einen Neuen Feind zu suchen wissen, wenn Ursachen versteckt gehalten werden sollen,
 ja, ja, ich verabscheue so was!"
 
*
 

Ortswechsel,

am alten Teichweg im Gebiete der zivilisierten Gänse, versucht die Nichte der verschwundenen Ganz zu erzählen, wie sie als letzte die weise und alte Gans verabschiedet habe und ihr von ihr gesagt wurde, dass sie eine Wanderung unternehme, dass man sich keine Sorgen machen müsse, dass sie jedoch spät des nachts wieder daheim sei…

Doch als die Stunden vergingen, die ersten von Ihnen sie vergeblich suchten ohne nachzufragen, fragt mich nicht wieso, wurden aus vorschnellen Vermutungen ungeklärte Tatsachen. Schneller als man Vernunft aussprechen kann, erwachte die Hysterie unter der Gemeinde der hier am Teiche herrschenden Gänse.

Selbst wenn sich alles Aufregen als Lüge heraustellte, Hysterie als Kontrollinstrument von Massen, immer noch am besten funktionierend, muss in stetigen Abständen geübt werden, will man vom Chaos profitieren! Voilà, die Vögel alamiert, die Wildschweine beschuldigt mögliche Jäger in das Gänsengebiet geführt zu haben und die eigene Gemeinde gezwungen eine Opfergans zum Wolfe zu schicken um herauszufinden, ob der Wolf die Gesuchte fraß…

Als die Gänse ihre Ranglisten durchgingen, wer als Nächstes zu opfern sei, trabt schwerlich und unmutig langsam eine vierbeinige Gestalt zu ihnen, man möchte schon von Weitem am Stile des Ganges erkennen, ein genervter Wolf, dabei hat er noch gar nicht angefangen zu reden…

Auftritt Wolf.

Totenstille als die Gänse denjenigen in Wolfsgestalt antraben sahen, flüchteten sie nicht, ihre Angst liess sie erstarren, nein, der autoritäre Anführer der Gänse befahl still zu bleiben, „…Er könne uns nicht alle gleichzeitig fressen!", zumal die ungeklärte Gewissheit bestehe, dass des Wolfes Magen schon gefüllt sei mit der weisen Gans, so werde der Anführer Gänserich die Gemeinde retten, man solle nur ihn sprechen lassen. Der Wolf schon völlig entnervt bei jenem Anblick versucht gleich die Situation zu beruhigen: „Ich möchte mich entschuldigen für die unangekündigte Besuchung meiner Wenigkeit, liebe Gemeinde der Gänse, da ich jedoch von den unangenehmen Gerüchten Wind gekriegt habe, wollte ich persönlich herkommen um euch, Liebe Gemeinde, zu beruhigen, dass ich keinerlei Gans gefressen habe und nichts vom Verschwinden der weisen Gans weiß, ich wollte euch bitten, die Ruhe des Waldes nicht zu stören, sonst könnten wir die Menschen reizen und Niemandem wäre gedient…"

Der Gänserich: „Lieber Herr Wolf, ich grüße dich und möchte mich im Namen der Gemeinde für deine Bekundung bedanken, wie du siehst, bereiten wir gerade ein Feuer vor um die Nacht zu erhellen, um nach der weisen Gans zu suchen, du musst dir keine Sorgen machen, diese außerordentliche Situation wird uns nicht daran hindern das allmonatliche rituelle Opfer dir darzubringen, du wirst nicht unzufrieden sein, in unseren Gefängnissen haben wir eine große Auswahl besonders fetter Gänse dieses Mal, die deinen Hunger stillen werden, wir waren gerade dabei das schwächste Glied unserer Gemeinschaft zu dir zu schicken, doch da wir dir für deine Mühe hier hin zu kommen danken wollen, ich denke die Gemeinde wird damit einverstanden sein, wollen wir dir ein zweites Opfer darbringen, wir können  dir die Geopferten auch auf dem brennenden Feuer sofort anbraten, wenn du willst!"

Der Wolf mit dem Kopf schüttelnd will sagen, dass Niemand zu Opfer gebracht werden müsse, doch der gewiefte Gänserich spricht schneller und nutzt die Situation aus an die Eigenen sein Wort zu richten: „Wundert euch nicht, liebe Gemeinde, wir dürfen unseren Kopf jetzt nicht verlieren, wir müssen die Schuldigen aufsuchen und besänftigen den Wolf zuvor. Ein Problem weniger, doch ist die Sache unaufgeklärt, eine Armee von gefräßigen Wildschweinen, ein Jäger auf der Suche nach unserem Nest oder die uns feindlich gesinnten Storche im Norden, wenn wir jetzt nicht ausschwärmen, kommt uns der Feind ins Heim, gebt dem Wolf das Geschenk, danach ziehen wir in die Vergeltung gegen die Mörderstorche!"

„Haltet ein! Hört zu und haltet Inne! Niemand sollte die Storche beschuldigen, solange der Beweis fehlt! Ihr habt kein Recht den Wald in Angst und Schrecken zu versetzen, weil euer Anführer es euch befielt, nein, wenn ihr Gewalt erntet, werdet ihr Gewalt sähen!" Glücklicherweise fielen dem Wolfe diese weisen Worte ein. Doch scheint es, dass die Gemeinde der Gänse durch die wütenden Worte des Gänserichs an Mut gewannen dem Wolfe dreist zu antworten:

„…das sagt der Richtige, wir zahlen ihm die Verpflegung mit unseren Opfergaben und er will UNS über Gewalt aufklären?!", „Genau!", „Recht’at’die Gans!"…"Gebt ihm zu fressen und dann is’ gut…!"

Die Masse fühlt sich stark im Halbschatten des Anderen, so kommen die miesen Stimmen ans Ohr des Wolfes, der sich weiß zu beruhigen in Situationen wie diesen, ist nicht das erste Mal, das er so was zu hören bekommt, die Gans in der dritten Reihe: „Was weiß der Wolf schon über die Storche! Die fressen doch alles, Frösche und Fische, hinterhältige Langbeine, wir hatten schon oft unsere schlechte Erfahrung mit denen!" Eine andere Stimme stimmt ein in den unbegründeten Protest: „Diesmal sind sie zu weit gegangen, Alte und Kinder zu töten!"
Eine zweifelnde Stimme stellt eine Frage: „Woher weiß der Wolf eigentlich bescheid vom Verschwinden der alten Weisen wenn er sie tatsächlich NICHT gefressen hat, da stimmt doch was nicht…!"

Während der Wolf versucht die Situation mit Humor zu nehmen, fliegt die Rettung über die Köpfe der Kopflosen:
 
„Mir könnt ihr danken, dem Rotkehlchen, der auf der Suche nach der einzigen weisen Gans den Wolf als Erstes fragte! Wie ihr seht, haben eure Befürchtungen mehr Nerven gekostet als es sein müsste…"
 
Zunächst einmal Stille in der Masse der Gänse…„Doch das Problem ist, lieber Freund Rotkehlchen…", der Wolf einhakend, „…dass nicht mehr ich, der Wolf, der Feind zu sein scheine, sondern jetzt die Storche beschuldigt werden. Wenn sich dies nicht als falsch herausstellt, wird es im ganzen Walde zu Ausschreitungen und Chaos führen! Wir können all'Freunde sein und friedlich zueinand'r, ich beispielsweise verzichte gerne auf eure mir aufgedrängten Opfergaben, doch sollten wir zuallererst den Frieden in unserer Gemeinde lernen zu pflegen, wie gesagt, wir können friedlich zu einander sein, ist genug für alle da, ok?"

„Das sagt der Richtige, g’nau…derjenige, den wir mit Opfergaben zahlen und sich den Wanst vollschlägt mit Uns! Der will UNS über ein friedliches Miteinander aufklären…", „Genau!", „Recht’at’die Gans!"…"Gebt dem Wolf zu fressen und dann is’ gut…!", lautete die sich wiederholende Antwort auf den Wolf, der sich nicht gewiss sein konnte sich zu richten an seine eigenen Worte.


Das Rotkehlchen:
„Beruhigen wir uns! Glauben wir doch einfach den Worten der Weisen Gans selbst, dass sie spät in der Nacht zurück sein werde von der weiten Wanderung. Warten wir diese Nacht ab und später sind wir möglicherweise um einiges schlauer! Vertreiben wir uns die Zeit! Vertreiben wir uns die Zeit mit Musik! Warten wir ab!
 
Warten wir ab! Even if we don wanna… it is wiser…even if we don wanna…we gonna wait!"...Musik begleitet den Gesang:

"Butt a knooow, I’ve to do my thang…

I don wanna wait in vain…

for ya love.

Am still waitin ther’.

Like I said…

Since I’m knocking on your door,

An I kan still knock som mor.

But ya Love is my relieve,

Tears in my eyes burn,

While I’m waitin for my turn…

I don wanna wait in vain…

Yes Ol’ piratz, my heart was already rob I…

Wont help u to sing these songs of freedom…

Since I emancipate myself from mental slavery…

Non but ourselfes can stoppa the tima,

We’ve got to fullfill tha book…

These songs of freedom

Is all we ever had…

Cant u see…

Why Wont u believe me…"

 

„Hatschiii...!" Die Gänse schrecken auf, die Musik wurde unterbrochen von dem Zeichen einer ersten Erkältung!
 
„Bazillen!", „Igitt! Virus! Es beginnt, das Unglück will uns alle fangen, wer war derjenige, der hatschiete? Wer ist der Eindringling des Unglücks, das uns morgen ereilen könnt!? Raus mit ihm, raus mit dem Dreck!"
 
Die Musik hört auf verschreckt!
Das Rotkehlchen in seinem Element,
 merkt wiederum als Letztes die neue Panik einer neuen Angst vor einer neuen Bedrohung, reagiert, jedoch, als Schnellstes:
„Entschuldigt die Unterbrechung, nehmt meine kleine Erkältung nicht allzu ernst, was mit einem Tee und etwas Honig nicht zu kurieren wär’…!

„Spar dir den Honig, Bazillenschleuder! Verunreinige nicht unser Gemüt mit deiner Musik!
Wir Gänse leben schon lange hier,
gerade wir weilen hier,
weile wir immer Recht behalten,
wenne wir die Gefahr verwalten !"

Das Rotkehlchen kennt die Sprüche so gut,
so viele sind es nämlich nicht,
sie wiederholen sich nur allzu oft,
so dass es nicht mal mehr
die Augen zu rollen braucht.
…doch scheint es ihm,
als ob der Ast neben ihm zu zittern beginnt,
vor Angst oder vor Wut ist schwerlich zu erkennen,
doch das Rotkehlchen beruhigt den Baum und spricht ganz leise:

„…ruhig Blut, liebes Kätzchen, spiele weiter,
auf diese Weise, wird alles heiter…"

Doch die Gänse,
sie drohen mit der Sense:
„Unhold! Fliege weiter!"
Das Rotkehlchen weigert,
„Dem Bote guter Kund verbietet man den Mund?!
Gegen euren Schund bin ich die beste Partie!"
Der Wolf mit dem Taschentuch am Mund: „HA-tschiiii!
…Spart bitte nicht am Honig in dem english tea! "
 
Stille…

Dünn mit den Nerven, sich durch Angst leitend, gar eine gewisse Genugtuung im permanenten Zustand der Aufgeschrecktheit hinnehmend, als gebe es keinerlei negative Konsequenzen, wenn man andauernd nur seine niedrigsten Instinkte der Gewaltlösung nutzt und nicht mehr versucht eine Vertrauensbasis zum Fremden zu entwickeln, zu seinen Feinden, zu seinen Freunden, zu seiner Familie, fallen die kleinen Dinge der Freude besonders stark auf…

 In jenem Umfeld, in jenem Umfeld der miesen Laune, fällt ein ehrliches herrliches Lachen von Weitem unter Freunden auf wie die ersten Sonnenstrahlen nach tagelang andauerndem Wolkendeckengrau, die deprimierende Stimmung schneidend:

„…Ja, mein neuer junger Freund Eichhörnchen vom Apfelbaume, das hast du richtig erkannt, ich unterstütze dich in deinem Vorhaben, ich finde auch, dass Kinder ebenso wie Erwachsene ihre Zeit selbstbestimmen können müssen, die Lehrbücher mitzunehmen und in Ruhe ungestört alleine außerhalb der Schule zu lesen hört sich nach der besten Lösung an! So gebe ich dir nur den Rat deinem Lehrer eine Liste anzufertigen, wann du welche Bücher meinst fertiglesen zu können, auch er ist nicht daran gehindert von der Jugend zu lernen…"

„Es wäre schon ganz nett, wenn mich Jemand wie Sie, unterstützen würde, Frau Weise! Doch ich zweifele daran, dass der Lehrer auf seine Berufung des Benotungs- und Beurteilungsapparats so einfach verzichten wird…"

„Fragen kostet nichts, liebes Eichhörnchen! Du hast deine Argumente! Du hast deine Verteidigung! Und diese Benotungswut und Beurteilungsfetischisten an den Schulen sollen in diejenige dreckige Höhle verschwinden, aus der sie
herausgekrochen kamen…"

Der Konflikt von dannen, so sieh,
hören Alle zu,
erneut der schönen Melodie…

*